Monitor zur Autobahnprivatisierung

Das verlinkte

Video bei Youtube

zeigt die Reaktionen von drei Politikern gegenüber einer Journalistin des WDRs. Ich empfehle dringend, sich auch das ganze Video anzuschauen, noch findet es sich in der Mediathek:

http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-autobahnprivatisierung-der-schlingerkurs-der-spd-100.html

Das Verhalten dieser drei, Oppermann, Kauder und Dobrindt, ist an Arroganz und Dämlichkeit nicht zu übertreffen! Was glauben die eigentlich, für wen sie arbeiten und von wem sie ihr Geld bekommen? Dieses autokratische, der Demokratie Hohn und Spott entgegenbringende Verhalten ist ein unwürdiges, widerliches und ekelerregendes Spektakel. Wenn sich jemand mir gegenüber so verhalten würde, könnte ich den Drang, ihm in die Fresse zu hauen, nicht unterdrücken.

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Dranbleiben!

Dranbleiben heißt es in der letzten Flaschenpost von Futur Zwei, der Stiftung Zukunftsfähigkeit. Das will ich gerne tun! Und zwar am Thema totalitärer Gebrauch von Sprache. Der ist für mich dann gegeben, wenn ich mich nicht mehr sprachlich so äußern kann, wie das nach den anerkannten Regeln der deutschen Sprache richtig ist, ohne mich ideologisch verdächtig zu machen.

Die ideologisch motivierte Schreibe zu lesen bedeutet auch eine Form des Sich-unterwerfen-müssens unter einen Sprachgebrauch, der mich zutiefst abstößt.

Die Fälle von sprachdiktatorischen Verbiegungen und Verzerrungen in der letzten Flaschenpost waren folgende:

  1. “Heute, da müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für das, was sie tun, durch die Straßen marschieren.”
    Interessanterweise lautet der Satz davor: “Zum Beispiel galten Gelehrte noch etwas, weil sie gelehrt waren und darum wahre Worte, Erkenntnisse und Fakten hervorbrachten.”
    Warum steht da nicht: Zum Beispiel galten weibliche und männliche Gelehrte noch etwas, weil sie gelehrt waren und darum wahre Worte, Erkenntnisse und Fakten hervorbrachten? Obwohl es doch DER Gelehrte heißt, das muß doch korrigiert werden!
  2. “Eine rohstoffsensible Studierendengruppe bastelt deshalb an einfachen Lösungen, die die Geräte beherrschen lässt, wer sie benutzt.”
    Der Student: Das geht nicht! Obwohl die deutsche Sprache eindeutig und völlig frei von jeglichem Zweifel hier beide Geschlechter meint, muß aus der Student der Studierende gemacht werden. Was, zur Hölle, ist denn daran jetzt besser? Kann mir das einer von diesen Sprachverbiegern mal erklären? Was ist besser an einer Studierendengruppe als an einer Studentengruppe? Was, zum Teufel, soll dieser Schwachsinn?
  3. Hier ein Beispiel, wo die sprachtotalitäre Korrektur ausgeblieben ist, weil anscheinend eben doch niemand, mag er noch so ideologisch getrieben und motiviert sein, derartigen Schwachsinn durchhalten kann:
    “Bildungsaktive, die eine andere Zukunft besingen, fragen sich nun, wie denn BNE und transformative Bildung den Einzelnen weiser machen – und ob das dann die ganze Gesellschaft erreicht.”
    Den Einzelnen steht da! Nicht die und den Einzelnen.
  4. “Dann bietet ein Wochenende die Gelegenheit für Studierende und Berufsanfänger, Projekte auf den Weg zu bringen, die das Gemeinwohl mehren wollen.”
    Schon wieder die Studierenden! Studenten, verdammt noch mal!
  5. “Wer ernst machen will mit der großen Transformation, der muss auch die Herausforderungen betrachten: wie den Umbau und Wegfall ganzer Branchen, die strukturell nicht-nachhaltig sind. Was geschieht dann mit den Arbeitnehmern?”
    Auch das ein Beispiel wie Nummer 3: “… der muss…” -> Warum nicht der oder die muß? Und: “… mit den Arbeitnehmern”! Warum nicht mit den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen? Das wäre dann wohl zuviel des Schwachsinns, oder? Richtig!
  6. “Das zeigen Bürgerinnen, Unternehmen, Kindergärten, Freundeskreise, indem sie draußen zum Feiern einladen.”
    Ja, in dem Beispiel ist ein Druckfehler verborgen! Sehen Sie ihn? Es muß BürgerInnen heißen!

Nee, das war jetzt ein Witz 🙂 Ich bin doch ein Schelm 🙂

PS: Die ganzen anderen sprachlichen Fehler habe ich hier nicht diskutiert. Das würde dann ausufern.

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Welzer, das Referendum und so weiter

Das Referendum in der Türkei fand statt am 16.04.2017, dem Ostersonntag. Es bedeutet faktisch die Entmachtung des Parlaments und der Judikative. Die Exekutive fällt praktisch zu 100% an Erdogan, aus der Demokratie wird jetzt ein totalitärer Staat mit Alleinherrscher, der seine Feinde demnächst, so ist anzunehmen, auch juristisch einwandfrei, ja, demokratisch legitimiert, wird exekutieren können. (Ich bitte darum, daß Sie auch das lesen, was zwischen den Zeilen steht!)

Nehmen wir einmal zwei Stufen an, die die Entfernung von rechtsstaatlichen Verhältnissen deutlich machen:

Stufe 1: Verhaftung von Regimegegnern, Entmachtung von Regimegegnern durch Berufsverbote, Entfernung aus verantwortlichen Positionen etc., Gleichschaltung der Presse. De facto sind zur Zeit über 40.000 Personen in der Türkei in Haft, über 100.000 haben ihre Positionen verloren, z. B. Universitätsprofessoren, Chefredakteure, Intellektuelle aller Art.

Stufe 2: Einführung der Todesstrafe

Über die Einstellung der EU-Kommission habe ich gehört, daß erst mit Stufe 2 ein Zustand erreicht ist, der den endgültigen Abbruch der Beitrittsverhandlungen erfordert. Oder sollte man sagen, erlaubt?

“Die EU-Kommission schwieg weitestgehend zur Zukunft der Türkei als EU-Mitgliedstaat. Die Verfassungsänderungen ‘und insbesondere ihre praktische Umsetzung’ sollten im Lichte der Verpflichtungen der Türkei als EU-Beitrittskandidat und als Mitglied des Europarats begutachtet werden, erklärten die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, der EU-Kommissar für Nachbarschaftspolitik, Johannes Hahn, und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker lediglich.”

Zitiert von http://www.spiegel.de/politik/deutschland/tuerkei-referendum-die-tuer-zu-einem-eu-beitritt-ist-endgueltig-zu-a-1143595.html

Peter Altmaier hat kurz nach dem Referendum erklärt, es sei demokratische Gepflogenheit, jetzt erst einmal endgültige Zahlen abzuwarten:

http://www.deutschlandfunk.de/tuerkei-referendum-kanzleramtsminister-altmaier-reagiert.1939.de.html?drn:news_id=734109

“Kanzleramtsminister Altmaier sagte im ARD-Fernsehen, zum jetzigen Zeitpunkt müsse man mit Schlussfolgerungen vorsichtig sein. Noch liege kein amtliches Endergebnis vor. Ob die Wahl fair verlaufen sei, würden Berichte der OSZE-Wahlbeobachter zeigen.”

Die Tatsache, daß eine Demokratie außer Kraft gesetzt und durch eine Autokratie ersetzt wird, wird vollständig ignoriert. Es ist leider ein Problem der Demokratien, daß sie sich selber vernichten können. Dabei könnte man diesen Mechanismus der Selbstvernichtung außer Kraft setzen, indem man die Verfassung für sakrosankt erklärt. Das ist aber leider nicht der Fall.

Wir Deutschen haben z. B. zur Zeit einen Innenminister, Lothar de Maizière, der einem wichtigen Strukturelement des deutschen Staates kritisch gegenübersteht:

https://www.tagesschau.de/inland/bka-gesetz-de-maiziere-verfassungsgericht-101.html

Hier steht: “Bundesinnenminister de Maizière hat erneut Kritik am Bundesverfassungsgericht geübt – mit deutlichen Worten. Es sei nicht Aufgabe der Richter, ‘ständig dem Gesetzgeber in den Arm zu fallen’. Er bezog sich dabei auf die Rechtsprechung zu einer Reihe von Sicherheitsgesetzen.”

Ein merkwürdiges Verständnis von Verfassung und Verfassungsgericht! De Maizière sägt und kratzt genau an dem Schutzmechanismus herum, den unsere Demokratie dringend braucht. Ich erinnere an die Zeiten, in denen man Menschen verunglimpfte, die, so sagte man, mit dem Grundgesetz unter dem Arm herumliefen. Das tut de Maizière mit Sicherheit nicht. Obwohl es die vornehmste Aufgabe eines Innenministers wäre, genau das zu tun!

Damit sind wir beim politischen Ethos, das von Harald Welzer in seinem neuesten Buch Wir sind die Mehrheit angesprochen wird. Er schreibt bspw.:

“Menschen wie Pretzell und Seehofer, so läßt sich unschwer erkennen, fehlt jeder Anstand, ja sogar das ganz normale moralische Grundgerüst, das wir voneinander in modernen Gesellschaften erwarten.”

Ich empfehle, das Büchlein zu erwerben und selber nachzulesen, wie Welzer zu seiner Meinung kommt und wie er sie untermauert. Ja, wir Deutschen wählen ständig und immer wieder Menschen in politische Ämter, die einen grundlegenden Mangel an Geschichtsbewußtsein und Respekt vor unserer Verfassung aufweisen und/oder den moralischen Maßstäben, die man anlegen sollte, schlicht nicht genügen.

Wir sehen am Beispiel Ungarns, wie die Spaltung der Gesellschaft der erste Schritt ist, um das Gewaltregime vorzubereiten. Die Spaltung der türkischen Gesellschaft, von der allenthalben die Rede ist, ist ein Kunstprodukt, gewolltes Ergebnis einer Politik, deren Ziel ein totalitärer Staat ist. Man beginnt, Menschen als Terroristen zu brandmarken, als Feinde des Volkes, als Volksverräter und was die Phantasie noch so hergibt, gleichzeitig betont man, daß Härte und Kompromißlosigkeit die einzig richtige Vorgehensweise ist, um den Staat von dieser Krankheit zu heilen. Genau dieser Prozeß, dessen vorläufiges Endstadium wir in der Türkei sehen, läuft auch in Ungarn seit einiger Zeit:

“Der nationalkonservative Regierungschef Viktor Orban hat Ungarn in den vergangenen zwei Jahren rasant umgekrempelt – der rechte Systemwechsel durchzieht alle Bereiche des öffentlichen Lebens – auch die Kultur: Viele Intellektuelle wurden in den vergangenen beiden Jahren marginalisiert oder öffentlich angefeindet. Nun verlassen immer mehr von ihnen Ungarn.”

Diese Sätze stammen vom Deutschlandfunk:

http://www.deutschlandfunk.de/kuenstler-auf-der-flucht.795.de.html?dram:article_id=207595

Der Artikel ist vom 01.06.2012! Er ist ein Beleg für die Anfänge, sozusagen die Grundsteinlegung der Totalitarisierung. Kritische Geister wie Intellektuelle und Künstler werden als Erste diffamiert. Es wird ein entsprechendes Vokabular eingeführt, um den politisch Unbedarften und Böswilligen sofort eine klare Kommunikation über politisch Mißliebige zu ermöglichen. Am Ende des Prozesses sind die Fronten geklärt: Hier die Guten, die Rechten und Richtigen, dort die Bösen, die unrecht Handelnden und Falschzüngigen. Knast und Todesstrafe drohen am Ende allen, die die Verhältnisse kritisieren.

Heute, am 18.04.2017, höre ich im Radio, daß es unter unseren Politikern folgende Meinungen gibt:

a) Man solle die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei fortsetzen, es gebe keinen Grund, sie abzubrechen.

b) Man solle sie aussetzen. Wie lange? Vier Wochen? Vier Jahre?

c) Man solle sie beenden.

Wann wird der Versuch, auf die politischen Verhältnisse eines fremden Landes Einfluß zu nehmen, zur Kollaboration? Wie weit trägt die Begründung, man dürfe den Dialog (welchen Dialog?) nicht abreißen lassen, wolle man noch Einflußmöglichkeiten bewahren? Was hat denn der Einfluß bis heute gebracht? Die Autokratie ist jetzt da! Und sie wurde nicht verhindert. Ist die Vermutung, es handele sich um reine Heuchelei, böswillig, dumm oder absurd? Nein, ich finde, sie liegt nahe.

Alleine der Versuch, die Entwicklung in der Türkei als demokratischen Prozeß zu bezeichnen, läßt in Bezug auf diejenigen, die so etwas behaupten, nur den Schluß zu, daß entweder eine ganz trübe kapitalistische Suppe gekocht wird oder man dieselben Verhältnisse auch hier eines Tages herstellen will. Oder beides.

De Maizière fühlt sich durch föderalistische Strukturen behindert, das Verfassungsgericht wirft ihm bei seinen unrechtsstaatlichen Bestrebungen Knüppel zwischen die Beine! Da sage ich: Ja, klar! Der Föderalismus fordert uns einiges ab! Bürokratische Hemmnisse, Standardisierungshindernisse uvm. ABER: Je mehr demokratische Instanzen wir haben, desto besser für unsere Demokratie! Desto mehr Freiraum für kritisches Denken, abweichlerisches Verhalten, Übungen im Ungehorsam gegenüber Undemokraten!

Es lebe die Bundesrepublik Deutschland mit ihrer föderalen Struktur, ihrem demokratischen Parlamentarismus, ihrer Gewaltenteilung und all diesem lästigen Bürokratenscheiß! Es lebe die Freiheit des Denkens, der Information, der Kritik!

 

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Eine Frage…

Am 11. November 2016 erschien der Abschlußbericht der sogenannten Studie zum Zustand der sogenannten Generation What. Warum unter dem Titel das Datum in der Form

11. November, 2016

gedruckt ist, bleibt eine offene Frage an den Zustand unseres Schulsystems.

Viel wichtiger ist jedoch zu fragen, warum dieser Müllberg an Daten überhaupt veröffentlicht worden ist. Von einer Studie zu sprechen, verbietet sich nämlich bei dem völlig unwissenschaftlichen Vorgehen:

Wie die Verfasser des Berichts selber gleich zu Beginn schreiben, wurden die Teilnehmenden “nicht kontrolliert als Stichprobe aus einer Grundgesamtheit ausgewählt”, sondern hatten sich freiwillig zur Teilnahme entschieden.

Bei einer wissenschaftlichen Studie wird eben aus guten Gründen vorab die Fragestellung definiert, die Grundgesamtheit bestimmt, die Größe und Struktur (!) der benötigten Stichprobe errechnet und dann genau die Frage beantwortet, für die das Studiendesign entwickelt wurde. (Die Struktur war im vorliegenden Fall erstens gar nicht kontrollierbar und zweitens rein zufällig.)

In diesem Online-Spektaktel ist all das nicht der Fall, denn diese sogenannte Studie “wurde entwickelt, um Nutzer mit Hilfe eines spielerischen und interaktiven Fragebogens dazu anhalten, über sich selbst zu sprechen und ihre Meinung zu äußern”. (Eine Art Online-Fun-Projekt also…)

Da wurde so etwas wie ein Online-Game entwickelt, an dem sich beliebige Menschen emotional ein bißchen abarbeiten konnten, ohne jede Kontrolle darüber, wer da die Antworten eingegeben hat, in welchem Zustand, wie oft, unter welcher vorgetäuschten Identität auch immer. Und am Ende wird großkotzig von 160.000 Teilnehmern gesprochen!

Nein, von Nutzern. Sie schreiben tatsächlich, es hätten Nutzer teilgenommen. Warum nicht gleich User? Oder Userinnen? Klingt super, oder?

“Methodik und Stichprobenbeschreibung” nennen die Autoren drei kurze Absätze auf Seite 3 und eine kleine Tabelle auf Seite 4 für die Methodik und eine bunte Seite 5 mit Tortendiagrammen und einer prozentualen Verteilung in einer Tabelle für die Stichprobenbeschreibung. Unfaßbar! (Alles natürlich in großen Lettern, schön bunt, so richtig im Stil des responsiven Webdesigns: Knallbuntes Ballon-Layout ohne belastende Fakten.)

Von Methodik erkenne ich da nichts, da steht nur wolkiges Gefasel. Eine solche Untersuchung, die sich mit 160.000 Teilnehmern brüstet, aber ohne jegliche Methodik vorgenommen wird, ist eine Unverschämtheit sondersgleichen!

Die Frechheit schlechthin ist die Aussage im vorletzten Absatz auf Seite 3:

“Um eine über alle Fragen hinweg gleichmäßige Stichprobe zu erhalten, wurden nur die Fälle in die Analysen einbezogen, die höchstens 20 Fragen unbeantwortet ließen.”

Und dann: “Um eine für die Altersgruppe repräsentative Stichprobe zu erlangen, wurde eine Randsummengewichtung durchgeführt”.

Man gibt also zu Beginn schon zu, daß der Begriff Studie deplaziert ist, schmeißt dann aber jede Menge wissenschaftliches Vokabular wie Nebelkerzen hinterher, um eben doch zu überdecken, daß das Ganze ein Haufen gequirlte Scheiße ist.

Problematisch finde ich nämlich nicht zuletzt, die Öffentlichkeit mit zahllosen Aussagen aus dieser sogenannten Analyse zu konfrontieren, die allesamt keiner wissenschaftlichen Betrachtung standhalten, damit aber auf illegitime Weise eben Fakten zu schaffen, die im Nachgang kaum zu widerlegen sind.

Diese Studie ist genauso ein postfaktischer Quark wie das Getwittere von Trump. Beteiligt an diesem sicherlich nicht ganz billigen Blödsinn sind (was Deutschland angeht):

BR (Bayerischer Rundfunk)

SWR (Südwestdeutscher Rundfunk)

ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen)

Ein kommerzielles Unternehmen namens Sinus, Partner von Integral, Wien

Der sogenannte Abschlußbericht ist nicht einmal unterschrieben, kein einziger Autor wird namentlich genannt. (Ich hätte mich auch geweigert, meine Unterschrift unter solch eine Scheiße zu setzen.)

Der BR schreibt auf seiner Website (Link):

Europäischer Abschlussbericht “Generation What?“

Europas Jugend hat nur wenig Vertrauen in Politik und Institutionen

Was für eine Chuzpe! Man schreibt von einem europäischen Abschlußbericht! Als wenn das Ganze irgendwie von Europa legitimiert wäre, am Ende ein Projekt der Europäischen Kommission wäre. Nein, das Projekt wurde laut BR vom EBU koordiniert. Klingt ja toll, EBU! Wer weiß denn, was das ist? Dazu mache ich mal eine Online-Studie!

Es ist die Europäische Rundfunkunion. Klar, man macht sich seine Inhalte eben im Zweifel auch mal selber. Nur weiter so. Als ich klein war, waren Journalisten für mich großartige Menschen mit einem Beruf, der mir ehrenvoll und wichtig erschien, kultur- und verantwortungstragend. An der Bedeutung hat sich für mich nichts geändert, vom Rest ist nichts mehr übrig.

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War da nicht was mit Armeniern?

In einem Artikel in Jungle World wird über den Kampf von Herero und Nama um Gerechtigkeit berichtet, einen Kampf, den sie jetzt über ein amerikanisches Gericht zu führen versuchen, nachdem die deutsche Bundesregierung sich über Jahrzehnte als zu feige erwiesen hat, sich der Diskussion und der Aufarbeitung zu stellen.

Allerdings gab es eine deutsche Kritik an der Türkei: Sie stelle sich nicht ihrer historischen Verantwortung und würde einen Völkermord nicht als Völkermord bezeichnen.

Da werden andere kritisiert, aber hier bei uns spielt sich genau das Gleiche ab!

Merkel steht ja zu nichts von beidem: Weder zur Kritik an der Türkei, geschweige denn zu der an Deutschland.

Möge sich der geneigte Leser selber ein Bild davon machen.

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Denksport Deutsch von Daniel Scholten: Errata

Auf Belleslettres heißt es seit geraumer Zeit, es seien in Denksport Deutsch bislang zwei Fehler entdeckt worden, drei werden dann, wenn man dem Link folgt, gelistet. Ich habe eine Liste von Textstellen an Belleslettres geschickt, die ich für korrekturbedürftig halte, da sie weder beantwortet noch bearbeitet wurde, stelle ich sie hier zur Kenntnisnahme ein. Vor der Korrektur steht jeweils ein Pfeil ->.

S. 33
Die Sprache des Rigvedas liegt in seiner Entwicklung…
-> Die Sprache des Rigvedas liegt in ihrer Entwicklung…

S. 46
Die Sprechfähigkeiten Ihres Computers gleichen dem von einem Orang-Utan.
-> Die Sprechfähigkeiten Ihres Computers gleichen denen von einem Orang-Utan.
Ich würde allerdings hier doch lieber den Genitiv verwenden: … denen eines Orang-Utans.

S. 49
Die Geschwindigkeit sei der Quotient von Strecke durch Zeit und nicht das Produkt.
-> Die Geschwindigkeit sei der Quotient von Strecke und Zeit und nicht das Produkt.
Der Quotient drückt das durch bereits aus, daher ist hier und richtig.

S. 50
Nicht nur die Datierung, sondern auch alles andere, was wir über sie wissen, haben wir allein durch die Rekonstruktion ihrer Sprache erfahren, dem Urindogermanischen.
-> Nicht nur die Datierung, sondern auch alles andere, was wir über sie wissen, haben wir allein durch die Rekonstruktion ihrer Sprache erfahren, des Urindogermanischen.
Ich weiß, daß Herr Scholten hier den Genitiv meiden will zugunsten der Konstruktion mit von dem. Da aber das von hier nicht auftaucht, klingt der Dativ für mich hier unangebracht.

S. 67
“Ihre Papiere bitte!”
-> “Ihre Papiere, bitte”

S. 70
… ohne zu bemerken, dass das der weiblich Plural ist…
-> … ohne zu bemerken, dass das der weibliche Plural ist…

S. 73
Spin-of
-> Spin-off

S. 95
Wie konnte es dort ein Buchenwort geben, von dem unsere Buche, lateinisch fagus und griechisch phegos abstammen?
-> Wie konnte es dort ein Buchenwort geben, von dem unsere Buche, lateinisch fagus und griechisch phegos, abstammt?

S. 101
Im Deutschen bezeichnen wir Personen als Herrschaften, die ehemals als Bediente die Eigenschaft der Herrschaft auszeichneten.
-> Im Deutschen bezeichnen wir Personen als Herrschaften, die ehemals als Bediente die Eigenschaft der Herrschaft auszeichnete.

S. 122
Uns kommt es heute so vor, dass Latein…
-> Uns kommt es heute so vor, als ob Latein…

S. 162
den Opfern
-> der Opfern

wegen seiner Taten
-> wegen seinen Taten

S. 167
… und sich fortan in komplexen Grübeleien verstiegen…
-> … und sich fortan in komplexe Grübeleien verstiegen…

… für die wir Deutsche…
-> … für die wir Deutschen…

S. 180
Das Wort Raffinesse existiert meines Wissens nicht, ich glaube, es gibt nur Raffinement und Finesse. Kann man natürlich lange diskutieren, ob es etwas nicht geben kann, was viele Leute benutzen…

S. 213
Wir Deutsche…
-> Wir Deutschen…
Kann man diskutieren, ich weiß.

S. 305
Punkt 7; Das Germanisch von Rhein und Weser…
-> Das Germanische von Rhein und Weser…

Richtig wäre hier gewesen, auch Slawische -> Slawisch zu erwähnen. Und ob man das Germanisch oder das Germanische sagt, ist sicher auch Geschmackssache.

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Das Elend des Internets

Es gibt keine Laterne, an die nicht irgendein Köter pinkelt. Das ist die eine Wahrheit. Die andere ist: Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es dabei ein hohles Geräusch gibt, liegt das selten am Buch.

Ich würde gerne einmal wissen, wie der Mensch, der den unten abgebildeten Kommentar geschrieben hat, an ein Buch wie die Ästhetik des Widerstands geraten konnte:

Quellende Langeweile

Diese Bemerkungen in den Computer zu hacken, nachdem hundert von tausend Seiten gelesen und nicht verstanden wurden, bedarf eines unbeschreiblichen Maßes an Unbedarftheit. Die Art der Bemerkungen und ihre sprachliche Qualität muß ich nicht näher beschreiben: Beides spricht für sich und läßt die Abgrenzung, die der Autor im ersten Satz vornimmt, als reichlich überflüssig erscheinen. Und es ist nicht anzunehmen, daß jemand, der seine Sinne noch beisammen hat, diese Person zwecks Zerreißung in der Luft aufsuchen wird. Um im obigen Bild zu bleiben, würde der Köter sein Handeln dann doch für allzu bedeutungsvoll halten.

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Liebe Ällinnen und Alle!

Totalitarismus des politically correct speech

Ich bin hilflos!

Von allen Seiten strömt es auf mich ein, dieses unerträgliche Phänomen! Es kommt gedruckt, es kommt aus dem Radio hinein in den Gehörgang, es kommt über den Fernseher, der dem Ton das Bild hinzufügt, aber leider gibt es keine Bilder ohne Ton, es sei denn, man dreht ihn ab, Ton ohne Bilder gibt es aber schon, well established, they call it radio, aber die Bilder sind nicht das Schlimme, das Entsetzliche ist die Sprache.

Da kommen Filme, die heißen z. B. 300 Worte Deutsch. Aber oje, gemeint sind 300 Wörter Deutsch, nicht Worte. Und das, obwohl es in diesem Film unter anderem um die Abhaltung von Deutschkursen für Ausländer geht. Sprache wird also richtiggehend thematisiert, aber nicht einmal für einen korrekten Filmtitel reicht es.

Vor ein paar Tagen lief eine Sendung auf SWR2, in der es irgendwie um das Dritte Reich ging. Das Thema ist mir nicht mehr in Erinnerung, aber der permanente Gebrauch der Redewendung Menschen jüdischen Glaubens, der ist mir sehr gut erinnerlich. Ich dachte erst: Was schwätzt der so geschwollen? Aber dann wurde mir klar, daß er politically correct sprach. Er wollte es vermeiden, von Juden zu reden. Dann hätte er, so hat es ihm sein Wahn wohl eingeflüstert, von Jüdinnen und Juden reden müssen. Glaubte er, wie gesagt, denn er muß es nicht! Die deutsche Sprache kennt Archilexeme, die sind dazu da, die Sprache zu ökonomisieren, das Denken effizienter zu machen! Man kann von Werkzeug reden, ohne den Schraubenzieher, ich bitte um Entschuldigung, ich meine natürlich den Schraubendreher, den Hammer, den Schraubenschlüssel, den Hobel und was da alles sonst noch so rumfliegt, erwähnen zu müssen. Man sagt Werkzeug und die Sache ist erledigt.

Aber jetzt kommt ja demnächst die neue Auflage von Poppers Die offene Gesellschaft und ihre Feinde auf den Markt. Sie wird Die offene Gesellschaft und ihre Feindinnen und Feinde heißen.

Luhmann wies ja schon auf die korrekte Form bei der Benennung von Säuglingen hin: Säuglinginne und Säuglinge, denn DER (!!!) Säugling ist ja männlich (immer, auch wenn er ein Mädchen ist), und das geht nicht mehr.

Ich sehe durchaus ein, daß ein Negerkuß nicht mehr so angesagt ist heutzutage. Und ich sehe ein, daß man Eskimos nicht mehr so nennen sollte, sondern Inuits, und Lappen nicht mehr so, sondern Samen oder Sami. Aber das läßt sich auch gescheit begründen! Zu Feinden aber Feindinnen und Feinde sagen zu müssen, anstatt es bei Feinden zu belassen, das ist nur noch bescheuert.

Daniel Scholten to the rescue!

Daniel Scholten hat das große Verdienst erworben, sich fachlich (!!!) als Linguist mit der Frage der grammatischen Geschlechter auseinanderzusetzen und für die indogermanischen Sprachen eine hervorragende, einzigartige Analyse ausgearbeitet zu haben, nachzulesen in seinem Werk

Denksport Deutsch

Hier gibt es dieses Buch:
https://www.hugendubel.de/de/buch/daniel_scholten-denksport_deutsch-26062467-produkt-details.html

Hier gibt es Informationen über die Person:
https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Scholten

Sein überaus empfehlenswertes Blog:
http://www.belleslettres.eu/

Das Schlimme ist, daß sich Menschen zu Richtern und Erklärbären der deutschen Sprache emporschwingen, die von Sprache und von der deutschen im Speziellen überhaupt keinen blassen Dunst haben. Im Gegensatz zu diesen verfügt Scholten über Wissen über das, worüber er redet und schreibt.

Heute morgen hieß es in einem Interview auf SWR1, es käme auf bewußte Sprache an, um hate speech und der Verrohung der Sprache entgegenzuwirken, dazu gehöre eine Gender-bewußte Sprache, man solle also nicht Flüchtlinge sagen, sondern Flüchtende. Was soll das bringen? Der Singular ist in beiden Fällen grammatisch männlich: Der Flüchtling, der Flüchtende. Gut, man kann auch die Flüchtende sagen. Und das reißt’s jetzt raus? Außerdem: Nach meinem Sprachgefühl ist eine Gruppe von Flüchtlingen, die im Stadtpark sitzt, etwas anderes als eine Gruppe Flüchtender, die stelle ich mir nämlich eher vor, wie sie gerade mit Plastiktüten voll Geld aus der Bank rennen.

Das Soziologiemagazin habe ich jetzt abbestellt und das letzte Exemplar wutentbrannt in den Müll geworfen, weil man bombardiert wird mit diesem Schrott aus Bürgerinnen und Bürgern, Ärzt_innen und wie diese schwachsinnigen Schreibweisen noch so alle daherkommen.

Ich bin kein Rassist, weil ich von Migranten rede anstatt von Migrantinnen und Migranten! Ich bin kein Frauenfeind, weil ich von Bürgern rede! Und überhaupt, was soll diese beschissene Dichotomie? Ist da nicht auch ständig die Rede von LGBT usw.? Schauen Sie sich mal den Wikipedia-Artikel zu dem Thema an:

https://de.wikipedia.org/wiki/LGBT

Ist dieser Buchstabenbaukasten, der dort dargestellt wird, ernstgemeint oder schon Satire???

Und wenn ich ständig das weibliche Geschlecht mit dazunehmen muß, warum nicht auch die Transsexuellen? Was ist mit denen, die äußerlich Mann oder Frau sind, genetisch aber nicht? Was ist mit denen, deren Hormonhaushalt nicht mit den Normwerten übereinstimmt? Muß ich die nicht auch alle irgendwie mit hineinnehmen? Warum nur die klar definierten Männer und Frauen?

Was ist mit den Mädchen? Gehört dieses Wort nicht getilgt aus unserer deutschen Sprache? Welcher Misogyne hat sich das ausgedacht? Er nahm der Magd ihr Geschlecht und machte sie zum Mädchen. Es gibt viele, die aus mangelndem Sprachgefühl heraus Dinge sagen wie: Das Mädchen hat ihre Haarspange verloren. Mein Sprachgefühl (und die Regeln der Grammatik ebenso) sagt mir aber, daß das falsch ist. Es heißt: Das Mädchen hat seine Haarspange verloren. (Dieser Fall zeigt doch z. B. jenseits von jedem Zweifel, daß das grammatische Geschlecht nichts, aber auch rein gar nichts mit dem natürlichen, biologischen Geschlecht eines Lebewesens gemein hat. Wir müssen Hauptwörter für Menschen, Tiere und Pflanzen bilden sowie für unbelebte Sachen. Zufällig haben viele belebte Dinge ein natürliches Geschlecht, aber das ändert nichts daran, daß Grammatik und Biologie einen Scheiß miteinander zu tun haben.)

Aber nicht einmal zu dieser einfachen Analyse und Feststellung ist man heutzutage noch fähig. Sprache wird verbogen und versaut unter dem totalitären Terror der Korrekten, der Inhaber der Deutungshoheit von Sprache!

Die Evangelisten dieses Irrsinns (so nennen die Nordamerikaner ja die hervorgehobenen Vertreter irgendwelcher Ansichten, die ich eher als Rattenfänger bezeichnen würde) wollen ja aus dem Sprachgebrauch ablesen, was in den Köpfen der Menschen vorgeht! Wer nicht liebe Bürgerinnen und Bürger oder liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger sagt anstatt einfach liebe Mitbürger, wer nicht unsere Wählerinnen und Wähler sagt statt unsere Wähler, der spricht nicht nur falsch, der denkt auch falsch. Und ich glaube, das Soziologiemagazin würde einen Artikel in korrektem Deutsch gar nicht annehmen oder sie würden ihn kaputtredigieren mit ihrem Sprachterror.

Wenn ich also von Migranten rede oder von Flüchtlingen, dann meine ich alle. Dazu gehören, für diejenigen unter Ihnen, die das Wort alle nicht kennen, Männer, Frauen, Kinder, und zwar männliche und weibliche Kinder, auch Kinder mit Hodenhochstand und femininer Prägung, Stoffwechselkranke männlichen, weiblichen und nicht eindeutig bestimmbaren Geschlechts, Kränkinnen und Kranke, auch Säuger, oder soll ich doch besser Säuglinginnen und Säuglinge sagen… und was weiß ich noch alle, ALLE eben!

Oder schreibt man das ohnehin schon entsetzliche liebe Alle jetzt auch als liebe Ällinnen und Alle?

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Authentisierung, Authentifizierung, Autorisierung

Die o. g. drei Begriffe werden oft unsauber verwendet, daher versuche ich hier, kurz und knapp darzustellen, was sie bedeuten:

  1. Authentisierung: Ich behaupte, eine bestimmte Person zu sein und lege zum Beweis etwas vor bzw. lasse mich nach einer Legitimation fragen.
  2. Authentifizierung: Am Ende dieses Prozesses steht die Feststellung, ob die unter 1. gemachte Behauptung als wahr akzeptiert wird oder nicht.
  3. Autorisierung: Ein Abgleich meiner Identität mit hinterlegten Rollen oder Zugriffsrechten führt dazu, daß ich bestimmte Dinge darf und andere nicht.

Die Punkte 1. und 2. kann man auch so darstellen: Als Benutzer authentisiere ich mich an (gegenüber) dem System dadurch, daß ich meinen (Login-) Namen angebe und mein Paßwort oder einen Schlüssel übergebe, woraufhin das System mich auf Grund dieser vorgelegten Daten authentifiziert (oder auch nicht).

Nach Abschluß der Authentifizierung gilt der Benutzer im System als authentisch oder auch autorisiert: Die erfolgreiche Authentifizierung führt zur Autorisierung.

In diesem Zusammenhang ist der Begriff System schon weit gefaßt, aber auch der Begriff des Benutzers kann erweitert werden: Z. B. können auch Geräte authentifiziert werden, man denke an Wahlcomputer, deren Identität sichergestellt sein muß, bevor ihre Daten in ein übergeordnetes System eingespeist werden.

Angelsächsischer Sprachraum

Microsoft schreibt:

  • Authentication is the verification of the credentials of the connection attempt. This process consists of sending the credentials from the remote access client to the remote access server in an either plaintext or encrypted form by using an authentication protocol.
  • Authorization is the verification that the connection attempt is allowed. Authorization occurs after successful authentication.

Demnach entspricht die
authentication der Authentisierung
und die
authorization der Authentifizierung.

Nachtrag

Es gibt tatsächlich Leute, die ernsthaft behaupten, authentifizieren sei ein beliebter Fehler, die richtige Schreibweise [sic] wäre dagegen authentisieren. Unglaublich, und das auf einer Website, die sich korrekturen.de nennt.