Liebe Ällinnen und Alle!

Totalitarismus des politically correct speech

Ich bin hilflos!

Von allen Seiten strömt es auf mich ein, dieses unerträgliche Phänomen! Es kommt gedruckt, es kommt aus dem Radio hinein in den Gehörgang, es kommt über den Fernseher, der dem Ton das Bild hinzufügt, aber leider gibt es keine Bilder ohne Ton, es sei denn, man dreht ihn ab, Ton ohne Bilder gibt es aber schon, well established, they call it radio, aber die Bilder sind nicht das Schlimme, das Entsetzliche ist die Sprache.

Da kommen Filme, die heißen z. B. 300 Worte Deutsch. Aber oje, gemeint sind 300 Wörter Deutsch, nicht Worte. Und das, obwohl es in diesem Film unter anderem um die Abhaltung von Deutschkursen für Ausländer geht. Sprache wird also richtiggehend thematisiert, aber nicht einmal für einen korrekten Filmtitel reicht es.

Vor ein paar Tagen lief eine Sendung auf SWR2, in der es irgendwie um das Dritte Reich ging. Das Thema ist mir nicht mehr in Erinnerung, aber der permanente Gebrauch der Redewendung Menschen jüdischen Glaubens, der ist mir sehr gut erinnerlich. Ich dachte erst: Was schwätzt der so geschwollen? Aber dann wurde mir klar, daß er politically correct sprach. Er wollte es vermeiden, von Juden zu reden. Dann hätte er, so hat es ihm sein Wahn wohl eingeflüstert, von Jüdinnen und Juden reden müssen. Glaubte er, wie gesagt, denn er muß es nicht! Die deutsche Sprache kennt Archilexeme, die sind dazu da, die Sprache zu ökonomisieren, das Denken effizienter zu machen! Man kann von Werkzeug reden, ohne den Schraubenzieher, ich bitte um Entschuldigung, ich meine natürlich den Schraubendreher, den Hammer, den Schraubenschlüssel, den Hobel und was da alles sonst noch so rumfliegt, erwähnen zu müssen. Man sagt Werkzeug und die Sache ist erledigt.

Aber jetzt kommt ja demnächst die neue Auflage von Poppers Die offene Gesellschaft und ihre Feinde auf den Markt. Sie wird Die offene Gesellschaft und ihre Feindinnen und Feinde heißen.

Luhmann wies ja schon auf die korrekte Form bei der Benennung von Säuglingen hin: Säuglinginne und Säuglinge, denn DER (!!!) Säugling ist ja männlich (immer, auch wenn er ein Mädchen ist), und das geht nicht mehr.

Ich sehe durchaus ein, daß ein Negerkuß nicht mehr so angesagt ist heutzutage. Und ich sehe ein, daß man Eskimos nicht mehr so nennen sollte, sondern Inuits, und Lappen nicht mehr so, sondern Samen oder Sami. Aber das läßt sich auch gescheit begründen! Zu Feinden aber Feindinnen und Feinde sagen zu müssen, anstatt es bei Feinden zu belassen, das ist nur noch bescheuert.

Daniel Scholten to the rescue!

Daniel Scholten hat das große Verdienst erworben, sich fachlich (!!!) als Linguist mit der Frage der grammatischen Geschlechter auseinanderzusetzen und für die indogermanischen Sprachen eine hervorragende, einzigartige Analyse ausgearbeitet zu haben, nachzulesen in seinem Werk

Denksport Deutsch

Hier gibt es dieses Buch:
https://www.hugendubel.de/de/buch/daniel_scholten-denksport_deutsch-26062467-produkt-details.html

Hier gibt es Informationen über die Person:
https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Scholten

Sein überaus empfehlenswertes Blog:
http://www.belleslettres.eu/

Das Schlimme ist, daß sich Menschen zu Richtern und Erklärbären der deutschen Sprache emporschwingen, die von Sprache und von der deutschen im Speziellen überhaupt keinen blassen Dunst haben. Im Gegensatz zu diesen verfügt Scholten über Wissen über das, worüber er redet und schreibt.

Heute morgen hieß es in einem Interview auf SWR1, es käme auf bewußte Sprache an, um hate speech und der Verrohung der Sprache entgegenzuwirken, dazu gehöre eine Gender-bewußte Sprache, man solle also nicht Flüchtlinge sagen, sondern Flüchtende. Was soll das bringen? Der Singular ist in beiden Fällen grammatisch männlich: Der Flüchtling, der Flüchtende. Gut, man kann auch die Flüchtende sagen. Und das reißt’s jetzt raus? Außerdem: Nach meinem Sprachgefühl ist eine Gruppe von Flüchtlingen, die im Stadtpark sitzt, etwas anderes als eine Gruppe Flüchtender, die stelle ich mir nämlich eher vor, wie sie gerade mit Plastiktüten voll Geld aus der Bank rennen.

Das Soziologiemagazin habe ich jetzt abbestellt und das letzte Exemplar wutentbrannt in den Müll geworfen, weil man bombardiert wird mit diesem Schrott aus Bürgerinnen und Bürgern, Ärzt_innen und wie diese schwachsinnigen Schreibweisen noch so alle daherkommen.

Ich bin kein Rassist, weil ich von Migranten rede anstatt von Migrantinnen und Migranten! Ich bin kein Frauenfeind, weil ich von Bürgern rede! Und überhaupt, was soll diese beschissene Dichotomie? Ist da nicht auch ständig die Rede von LGBT usw.? Schauen Sie sich mal den Wikipedia-Artikel zu dem Thema an:

https://de.wikipedia.org/wiki/LGBT

Ist dieser Buchstabenbaukasten, der dort dargestellt wird, ernstgemeint oder schon Satire???

Und wenn ich ständig das weibliche Geschlecht mit dazunehmen muß, warum nicht auch die Transsexuellen? Was ist mit denen, die äußerlich Mann oder Frau sind, genetisch aber nicht? Was ist mit denen, deren Hormonhaushalt nicht mit den Normwerten übereinstimmt? Muß ich die nicht auch alle irgendwie mit hineinnehmen? Warum nur die klar definierten Männer und Frauen?

Was ist mit den Mädchen? Gehört dieses Wort nicht getilgt aus unserer deutschen Sprache? Welcher Misogyne hat sich das ausgedacht? Er nahm der Magd ihr Geschlecht und machte sie zum Mädchen. Es gibt viele, die aus mangelndem Sprachgefühl heraus Dinge sagen wie: Das Mädchen hat ihre Haarspange verloren. Mein Sprachgefühl (und die Regeln der Grammatik ebenso) sagt mir aber, daß das falsch ist. Es heißt: Das Mädchen hat seine Haarspange verloren. (Dieser Fall zeigt doch z. B. jenseits von jedem Zweifel, daß das grammatische Geschlecht nichts, aber auch rein gar nichts mit dem natürlichen, biologischen Geschlecht eines Lebewesens gemein hat. Wir müssen Hauptwörter für Menschen, Tiere und Pflanzen bilden sowie für unbelebte Sachen. Zufällig haben viele belebte Dinge ein natürliches Geschlecht, aber das ändert nichts daran, daß Grammatik und Biologie einen Scheiß miteinander zu tun haben.)

Aber nicht einmal zu dieser einfachen Analyse und Feststellung ist man heutzutage noch fähig. Sprache wird verbogen und versaut unter dem totalitären Terror der Korrekten, der Inhaber der Deutungshoheit von Sprache!

Die Evangelisten dieses Irrsinns (so nennen die Nordamerikaner ja die hervorgehobenen Vertreter irgendwelcher Ansichten, die ich eher als Rattenfänger bezeichnen würde) wollen ja aus dem Sprachgebrauch ablesen, was in den Köpfen der Menschen vorgeht! Wer nicht liebe Bürgerinnen und Bürger oder liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger sagt anstatt einfach liebe Mitbürger, wer nicht unsere Wählerinnen und Wähler sagt statt unsere Wähler, der spricht nicht nur falsch, der denkt auch falsch. Und ich glaube, das Soziologiemagazin würde einen Artikel in korrektem Deutsch gar nicht annehmen oder sie würden ihn kaputtredigieren mit ihrem Sprachterror.

Wenn ich also von Migranten rede oder von Flüchtlingen, dann meine ich alle. Dazu gehören, für diejenigen unter Ihnen, die das Wort alle nicht kennen, Männer, Frauen, Kinder, und zwar männliche und weibliche Kinder, auch Kinder mit Hodenhochstand und femininer Prägung, Stoffwechselkranke männlichen, weiblichen und nicht eindeutig bestimmbaren Geschlechts, Kränkinnen und Kranke, auch Säuger, oder soll ich doch besser Säuglinginnen und Säuglinge sagen… und was weiß ich noch alle, ALLE eben!

Oder schreibt man das ohnehin schon entsetzliche liebe Alle jetzt auch als liebe Ällinnen und Alle?

Authentisierung, Authentifizierung, Autorisierung

Die o. g. drei Begriffe werden oft unsauber verwendet, daher versuche ich hier, kurz und knapp darzustellen, was sie bedeuten:

  1. Authentisierung: Ich behaupte, eine bestimmte Person zu sein und lege zum Beweis etwas vor bzw. lasse mich nach einer Legitimation fragen.
  2. Authentifizierung: Am Ende dieses Prozesses steht die Feststellung, ob die unter 1. gemachte Behauptung als wahr akzeptiert wird oder nicht.
  3. Autorisierung: Ein Abgleich meiner Identität mit hinterlegten Rollen oder Zugriffsrechten führt dazu, daß ich bestimmte Dinge darf und andere nicht.

Die Punkte 1. und 2. kann man auch so darstellen: Als Benutzer authentisiere ich mich an (gegenüber) dem System dadurch, daß ich meinen (Login-) Namen angebe und mein Paßwort oder einen Schlüssel übergebe, woraufhin das System mich auf Grund dieser vorgelegten Daten authentifiziert (oder auch nicht).

Nach Abschluß der Authentifizierung gilt der Benutzer im System als authentisch oder auch autorisiert: Die erfolgreiche Authentifizierung führt zur Autorisierung.

In diesem Zusammenhang ist der Begriff System schon weit gefaßt, aber auch der Begriff des Benutzers kann erweitert werden: Z. B. können auch Geräte authentifiziert werden, man denke an Wahlcomputer, deren Identität sichergestellt sein muß, bevor ihre Daten in ein übergeordnetes System eingespeist werden.

Angelsächsischer Sprachraum

Microsoft schreibt:

  • Authentication is the verification of the credentials of the connection attempt. This process consists of sending the credentials from the remote access client to the remote access server in an either plaintext or encrypted form by using an authentication protocol.
  • Authorization is the verification that the connection attempt is allowed. Authorization occurs after successful authentication.

Demnach entspricht die
authentication der Authentisierung
und die
authorization der Authentifizierung.

Nachtrag

Es gibt tatsächlich Leute, die ernsthaft behaupten, authentifizieren sei ein beliebter Fehler, die richtige Schreibweise [sic] wäre dagegen authentisieren. Unglaublich, und das auf einer Website, die sich korrekturen.de nennt.

Absichern eines Synology-DSM-NAS per SSH

Wer ein NAS einsetzt, will darauf oft nicht nur aus dem lokalen Netz zugreifen, sondern von überall aus. Spätestens ab diesem Moment muß man sich auch mit Fragen der Sicherheit auseinandersetzen. Auf die Kommunikation im LAN gehe ich im folgenden nicht ein.

Bevor man Hand an sein System legt, empfehle ich, sich den gesamten Text hier durchzulesen. Dann hat man einen Überblick, weiß was man will, kann weitere Quellen hinzuziehen und sich einen genauen Plan machen.

Um ein solches System (basierend auf DSM 6) abzusichern, kann man SSH einsetzen. Das Prinzip: Auf der Speicherstation läuft ein SSH-Daemon (sshd), über den die Kommunikation abgewickelt wird. Diese Kommunikation findet über einen TCP-IP-Port statt, typischerweise 22.

Für den Filetransfer kann dann SCP verwendet werden, unter Windows gibt es dazu den sehr schön gemachten WinSCP-Client.

Um den Administratorzugang über HTTP/HTTPS abzusichern, verwendet man praktischerweise die 2-Faktor-Authentifizierung.

Hat man dann also einen Administrationszugang und einen Zugang für den Filezugriff, ist man auf der sicheren Seite. Naja, soweit man bei Computern sicher sein kann. Es empfiehlt sich, dafür zu sorgen, daß man immer ein Hintertürchen hat, falls man sich einmal durch eine ungeschickte sshd_config oder ähnliches ausgesperrt hat. Ich gebe hier auch nur einen Überblick darüber, wie man an die Sache herangehen kann. Es gibt hier kein Kochrezept, das man ohne eigenes Nachdenken einfach abkupfert. Wer das trotzdem so auffaßt, sollte sich an die eigene Nase fassen, wenn er damit Schiffbruch erleidet.

Der Einsatz von SSH wird erst richtig sicher, wenn man ein Schlüsselpaar verwendet und das Login per Paßwort vollständig untersagt. Davor schrecken viele Anwender zurück, weil sie vielleicht das Prinzip nicht genau verstehen oder weil sie die Handhabung als zu kompliziert einschätzen.

Dazu kann ich nur sagen: Es ist weniger kompliziert, als man denkt, und wem Sicherheit zu kompliziert ist, der darf sich nicht wundern, wenn er seine Untätigkeit und Denkfaulheit am Ende teuer bezahlt.

Vorab aber noch ein Wort zu den und an die Digital Na(t)ives: Hören Sie sich doch einmal im Bekanntenkreis um, wer einen Paßwortsafe oder ein eine andere sichere, dateibasierte Methode benutzt, um seine Zugänge zu Systemen zu verwalten (und nicht irgendwelche abgegriffenen Freßzettel und Moleskin-Büchlein). Es sind verschwindend wenige, jedenfalls in meinem Umfeld. Es gibt Leute, die haben eine Word-Datei, in die sie ihre Paßwörter hineinschreiben, und diese Datei ist natürlich unverschlüsselt. Und planmäßig gesichert wird sie auch nicht. Im sichersten Fall ist sie nur auf einem PC vorhanden, doch wenn man den nicht gerade unter dem Arm herumschleppt, ist die Datei meistens nicht verfügbar, wenn man sie eigentlich braucht. Das hat dann prompt zur Folge, daß das fehlende Paßwort bei nächster Gelegenheit so geändert wird, daß man die Datei nicht mehr braucht.

Meine Empfehlung:

Keynote NF

In diesem Programm kann man erstens alle Informationen unterbringen, und das sehr übersichtlich, selbst Bilddateien kann man einstellen, z. B. Screenshots, aber zweitens kann man das Programm anweisen, die verwendete Datei mit den Zugangsdaten zu verschlüsseln. Somit hat man in Form einer Keynote-Datei einen Paßwort-Safe, in dem man auch andere wertvolle Informationen ablegen kann, und das Programm Keynote-NF, mit dem man diese Datei lesen und bearbeiten kann, ist innerhalb weniger Minuten auf jedem Windows-Recher installiert, auf dem man es vielleicht einmal braucht.

Und was auch toll ist: Es läßt sich mit Hilfe von Wine auch unter Linux verwenden!

Wer dennoch eine Word-Datei oder so etwas verwenden will, kann das tun, wenn er sie in einem verschlüsselten File ablegt. Die Software Cryptomator kann so etwas und kostet nichts, wenngleich der Autor gerne Spenden entgegennimmt und die auch bekommen sollte, wenn man sein Programm gut findet:

https://cryptomator.org/de/

DynDNS = DDNS

Auf der Synology-Diskstation geht ohne Quickconnect und DynDNS gar nichts, wenn man einen Zugang von extern sinnvoll konfigurieren will. Wenn man im Zusammenhang mit einem SSH-Zugang keine feste, öffentliche IP benutzen kann, benötigt man einen DynDNS-Dienst. Unkompliziert und zuverlässig geht das über Synology.

Zunächst sollte man jedoch QuickConnect konfigurieren.

Anschließend muß man im Control Panel (ich beziehe mich im folgenden immer auf die englische Nomenklatur) das Applet External Access öffnen. Die erste Seite mit dem Reiter DDNS dient dem Hinzufügen eines DynDNS-Dienstes.

Anschließend hat man eine Zeile, in der der sogenannte Hostname in Form einer voll qualifizierten URL angezeigt wird: <hostname>.synology.me.

Diese URL muß verwendet werden, wenn man Zugang per SSH erhalten will.

Schlüsselpaar

Ohne im Detail zu erläutern, wie asymmetrische Verschlüsselung funktioniert, gebe ich das Prinzip der Authentifizierungsmethode an:

  1. Man erzeugt auf der entfernten (englisch remote) Maschine, von der aus man sich einloggen will, ein Schlüsselpaar, bestehend aus einem privaten Schlüssel, den man niemals preisgibt und niemals verschickt, und einem öffentlichen Schlüssel, den man jederzeit jedermann übergeben kann.
  2. Dem Server, auf dem man sich einloggen will, übergibt man seinen öffentlichen Schlüssel.
  3. Der Software, die auf dem Client läuft, von dem aus man sich anmelden will, übergibt man seinen privaten Schlüssel, der normalerweise in einer Datei auf dem Client gespeichert ist. Dieser private Schlüssel sollte immer (!) mit einem Paßwort gesichert sein, so daß niemand, der unrechtmäßig an diesen privaten Schlüssel kam, diesen verwenden kann. Kurz gesagt, der private Schlüssel ist nur funktionsfähig zusammen mit seinem Paßwort, das man beim Erzeugen des Schlüssels frei wählen kann. (In diesem Zusammenhang ist auch in der Regel von der passphrase die Rede, nicht von einem password.)
  4. Beim Start der Anmeldung übergibt man als erstes seinen Benutzernamen. Die Diskstation kennt den öffentlichen Schlüssel, der zu diesem Benutzernamen gehört. Da die Gegenstelle den privaten Schlüssel des Schlüsselpaars hat, können sich beide darauf einigen, daß die beteiligten Schlüssel und der Benutzername zusammenpassen.
  5. Die Verbindung wird hergestellt.

Benutzernamen

Man sollte keine Benutzernamen wie root, admin oder administrator verwenden. Viel besser ist es, z. B. auf random.org zu gehen, um sich dort ein Paßwort erzeugen zu lassen wie z. B.

8kYMZUwq

Solcherlei Paßwörter (Ja, es heißt Paßwörter, nicht Paßworte!) lassen sich hervorragend als Benutzernamen verwenden, denn auf einen solchen Benutzernamen kommt sobald niemand.

Kurzüberblick

  1. Erzeugen eines Schlüsselpaars auf dem Client
  2. Vorbereiten des Anwenderkontos und der SSH-Konfiguration auf der Diskstation
  3. Übertragen des öffentlichen Schlüssels auf die Diskstation
  4. Einrichten eines Zugangs mit Putty auf dem Client
  5. Einrichten eines Zugangs mit WinSCP auf dem Client

1. Erzeugen eines Schlüsselpaars auf dem Client

Laden Sie puttygen herunter:

http://www.chiark.greenend.org.uk/~sgtatham/putty/download.html

Speichern Sie den öffentlichen Schlüssel, geben Sie ein Paßwort ein für den privaten Schlüssel und speichern Sie anschließend auch den privaten Schlüssel.

Wenn Sie dieses Schlüsselpaar z. B. auf einem USB-Stick ablegen, sollten Sie darüber nachdenken, diese Daten zu verschlüsseln. Es gibt viele Möglichkeiten, das zu tun, eine sehr praktische ist, wie oben schon gesagt, der Einsatz von Cryptomator:

https://cryptomator.org/de/

2. Vorbereiten des Anwenderkontos und der SSH-Konfiguration auf der Diskstation

Die global für den SSH-Daemon wirksame Datei

/etc/ssh/sshd_config

muß folgende Einträge enthalten:

# Dieser Eintrag ist erforderlich:
PubkeyAuthentication yes
# Dieser auch:
AuthorizedKeysFile .ssh/authorized_keys
# Hiermit wird das Login mittels Paßwort verboten,
# so daß man sich nur noch mit dem Schlüssel
# authentifizieren kann:
PasswordAuthentication no

Einige Dinge werden wirksam, wenn man den sshd neu startet, aber insbesondere das Verbot, sich per Paßwort zu authentifizieren, greift erst nach einem Reboot, da hierbei mehrere Dienste beteiligt sind. Nach meinen Erfahrungen ziehe ich Reboots der Diskstation reinen Neustarts des SSH-Daemons vor!

Wenn man auf Nummer Sicher gehen will, läßt man den Eintrag

PasswordAuthentication no

erst einmal weg bzw. auf

PasswordAuthentication yes

Dann kann man erst einmal in Ruhe prüfen, ob das Login mit dem Schlüssel gelingt. Hat das geklappt und hat das verwendete Konto die Rechte, die man sich vorstellt, kann man die Paßwortauthentifizierung deaktivieren und kommt nach einem Reboot nur noch per Schlüsselauthentifizierung auf das System. Auf jeden Fall, was die SSH angeht! Der HTTP/HTTPS-Zugang ist davon nicht betroffen!

Darüberhinaus müssen folgende Rechte gesetzt werden:

$ chmod 755 /var/services/homes/<username>

Im Home-Verzeichnis muß das Verzeichnis .ssh und darin die Datei authorized_keys angelegt werden. Die Zugriffsrechte müssen angepaßt werden:

$ mkdir ~/.ssh
$ chmod 0700 ~/.ssh
$ touch ~/.ssh/authorized_keys
$ chown -R <username> ~/.ssh
$ chmod 0600 ~/.ssh/authorized_keys

In die Datei authorized_keys wird dann der öffentliche Schlüssel des Clients geschrieben.

3. Übertragen des öffentlichen Schlüssels auf die Diskstation

Man loggt sich auf der Diskstation mit einer SSH-Shell ein und öffnet die Datei authorized_keys mit einem Editor, mit dem man sich auskennt. Dann kopiert man den Schlüssel dort hinein.

Das gelingt nur, indem man in puttygen den Schlüssel aus dem Anzeigefenster kopiert! Nachträgliches Kopieren aus einer Schlüsseldatei hat für mich noch nicht funktioniert! Und zwar völlig unabhängig vom verwendeten Editor!!!

Im vi muß man dazu in den Insert-Mode und mit einem Rechtsklick fallen die Daten dann aus der Zwischenablage in die Datei, die man anschließend mit wq auf die Platte schreibt.

Es dürfen im vi keine Zeilenumbrüche zu sehen sein, wenn das doch der Fall ist, wird die Authentisierung fehlschlagen!

Kurze Bemerkung zu Puttygen: Man kann auch nachträglich einen Schlüssel in Puttygen laden, damit man Zugriff auf die Darstellung des Schlüssels im Anzeigefenster erhält. Ein Rechtsklick in dieses Fenster erlaubt auch ein schnelles select all und copy, um den Schlüssel korrekt auf ein unixoides System zu übertragen:

Nach dem Einfügen des Schlüssels sollte man sofort testen, ob das Login mit diesem Schlüssel auch funktioniert. Sollte das nicht der Fall sein, könnte es daran liegen, daß Zeilenumbrüche im Schlüssel vorkommen, die nachträglich von einem Editor eingefügt wurden oder daß man zuviele Daten mit markiert und kopiert hat oder auch zuwenig Daten beim Copy & Paste erfaßt hat.

Wenn man z. B. mit WinSCP Zugang zum entsprechenden Anwenderverzeichnis hat, kann man die Datei mit dem öffentlichen Schlüssel auch direkt dorthin kopieren und in die authorized_keys einfügen.

4. Einrichten eines Zugangs mit Putty auf dem Client

In Putty richtet man sich eine Session ein, in deren SSH-Sektion das File mit dem privaten Schlüssel eingetragen ist.

Über Putty läßt sich auch ein Zugriff auf Rechner im entfernten Netz weiterleiten. Putty fungiert dann mit seiner SSH-Shell wie ein Tunnel-Gateway, d. h., man routet seine RDP-Anfrage über das lokal laufende Putty und die offene SSH-Shell in das entfernte Netz, in dem die Diskstation läuft, die Pakete, die man dort hineinschickt, werden über die entsprechende Konfiguration des Putty-Tunnels auf eine lokale Maschine weitergeleitet. Hierzu müssen in der /etc/ssh/sshd_config zwei Variablen auf yes gesetzt werden:

AllowTcpForwarding yes
GatewayPorts yes

(Auf keinen Fall PermitTunnel auf yes setzen, damit sperrt man sich u. U. aus.)

5. Einrichten eines Zugangs mit WinSCP auf dem Client

Im Host-Verwaltungstool gibt man als file protocol SCP an. Der host name sollte der sein, den man in der DDNS-Konfiguration auf der Diskstation eingetragen hat, also etwas wie

winterwunderland.synology.me

Der Port sollte 22 lauten, falls man nicht einen anderen Port für die SSH konfiguriert hat. User name ist klar, password kann frei bleiben, weil es sowieso nicht verwendet wird.

In Erweitert… muß man nur unter SSH -> Authentication den Pfad zum private key file eintragen. Der ganze Rest kann bleiben, wie er ist.

Man kann natürlich WinSCP auch durch einen bereits konfigurierten und geöffneten Putty-Tunnel jagen, aber WinSCP kann das ja von sich aus. In der Regel wird man das nicht benötigen, denke ich.

Willkommen bei den Lenovo-Analphabeten! (Zensiert)

Wenn man lenovo.de besucht und den Bereich Unterstützung anwählt, wird man hiermit begrüßt:

willkommen_beim_lenovo_technischer_service

Wo haben diese Idioten ihre Deutschbrocken erworben?

Und sofort geht es weiter:

lenovo-support-erfahrung

Was soll der dumme Imperativ bedeuten? Meine Support-Erfahrung, was immer diese gequirlte Scheiße bedeuten mag, ist immer individuell, sonst wäre es nicht meine. Und außerdem werden Imperative im Deutschen mit einem Ausrufezeichen versehen. Die folgende hirnlose Wortansammlung “Loggen Sie für Support-Vorteile zu Ihrem Produkt ein” mag man nicht einmal mehr als Satz bezeichnen. Das ist nur noch Müll.

Lenovo ist nicht der einzige Konzern, der seine Kunden ausgiebig mit solchem Sprachdreck bewirft. Aber er tut es leidenschaftlich und besonders rücksichtslos.

Kong Haralds velkomsttale på hagefesten i Slottsparken/Der norwegische König zu seinem 25-jährigen Thronjubiläum

Jetzt wünsche ich mir auch einen König für Deutschland…

Die auf Deutsch übersetzte Rede findet Ihr unten nach dem norwegischen Text!

Stortingspresident,
Statsminister,
Høyesterettsjustitiarius,

Etter at vi gjennom mange år har reist rundt i det meste av landet, er det veldig hyggelig å få være vertskap for representanter fra hele Norge!

Hjertelig velkommen til oss, alle sammen!

Dere som er samlet her utgjør bredden av det Norge er i dag.
Så hva er Norge?

Norge er høye fjell og dype fjorder. Det er vidder og skjærgård, øyer og holmer. Det er frodige åkre og myke heier.

Havet slår mot landet fra nord, vest og syd.

Norge er midnattssol og mørketid. Det er både harde og milde vintre. Det er både varme og kalde somre.

Norge er langstrakt og spredt bebodd.

Men Norge er fremfor alt mennesker.

Nordmenn er nordlendinger, trøndere, sørlendinger – og folk fra alle de andre regionene. Nordmenn har også innvandret fra Afghanistan, Pakistan og Polen, Sverige, Somalia og Syria. Mine besteforeldre innvandret fra Danmark og England for 110 år siden.

Det er ikke alltid så lett å si hvor vi er fra, hvilken nasjonalitet vi tilhører. Det vi kaller hjem, er der hjertet vårt er – og det kan ikke alltid plasseres innenfor landegrenser.

Nordmenn er unge og gamle, høye og lave, funksjonsfriske og rullestolbrukere. Stadig flere er over hundre år. Nordmenn er rike, fattige og midt i mellom. Nordmenn liker fotball og håndball, klatrer fjelltopper og seiler – mens andre er mest glad i sofaen.

Noen har god selvtillit, mens andre sliter med å tro på at de er gode nok som de er.

Nordmenn jobber i butikk, på sykehus, på oljeplattform. Nordmenn arbeider for at vi skal være trygge, arbeider med å holde landet rent for søppel, og leter etter nye løsninger for en grønn fremtid. Nordmenn dyrker jorda og driver fiske. Nordmenn forsker og lærer bort.

Nordmenn er engasjert ungdom og livserfarne gamle. Nordmenn er enslige, skilte, barnefamilier og gamle ektepar. Nordmenn er jenter som er glad i jenter, gutter som er glad i gutter, og jenter og gutter som er glad i hverandre.

Nordmenn tror på Gud, Allah, Altet og Ingenting.

Nordmenn liker Grieg og Kygo, Hellbillies og Kari Bremnes.

Med andre ord: Norge er dere.

Norge er oss.

Når vi synger «Ja vi elsker dette landet», skal vi huske på at vi også synger om hverandre. For det er vi som utgjør landet. Derfor er nasjonalsangen vår også en kjærlighetserklæring til det norske folk.

Mitt største håp for Norge er at vi skal klare å ta vare på hverandre.

At vi skal bygge dette landet videre – på tillit, felleskap og raushet.

At vi skal kjenne at vi – på tross av all vår ulikhet – er ett folk.

At Norge er ett.

Igjen – varmt velkommen til oss – jeg håper vi får en fin stund sammen!

Deutsche Übersetzung:

Nachdem wir über viele Jahre in den meisten Teilen des Landes herumgereist sind, ist es sehr angenehm, Gastgeber für Repräsentanten aus ganz Norwegen sein zu dürfen.

Herzlich willkommen bei uns, alle zusammen!

Ihr, die Ihr Euch hier versammelt habt, macht heute die ganze Vielfalt Norwegens aus.

Aber, was ist Norwegen?

Norwegen, das sind hohe Berge und tiefe Fjorde. Das sind Hochebenen und Schärenküsten, Inseln und Inselchen. Es sind fruchtbare Äcker und weiche Heiden.
Das Meer schlägt gegen das Land von Norden, Westen und Süden.

Norwegen ist Mitternachtssonne und Polarnacht. Es gibt harte wie milde Winter. Es gibt warme als auch kalte Sommer. Norwegen ist langgestreckt und die Behausungen verstreut.

Aber Norwegen, das sind vor allem Menschen.

Norweger sind Nordlendinger [Bewohner der nördlichen Provinzen], Tröndere [Bewohner der Provinz Tröndelag (Mittelnorwegen)], Sörlendinger [Bewohner der Provinz Sörland (Südnorwegen)] – und die Bürger all der anderen Regionen. Norweger sind auch eingewandert aus Afghanistan, Pakistan und Polen, Schweden, Somalia und Syrien. Meine Großeltern wanderten von Dänemark und England vor 110 Jahren ein.

Es ist nicht immer so leicht zu sagen, woher wir sind, welcher Nationalität wir angehören. Das, was wir zu Hause nennen, ist dort, wo unser Herz ist – und das kann man nicht immer innerhalb von Landesgrenzen plazieren.

Norweger sind jung und alt, groß und klein, behindert und nicht behindert. Immer mehr sind über hundert Jahre alt. Norweger sind reich, arm und irgendwo dazwischen. Norweger lieben Fußball und Handball, klettern auf Bergspitzen und segeln, während andere am liebsten auf dem Sofa liegen.

Die einen haben ein gutes Selbstvertrauen, während sich andere damit plagen, ob sie gut genug sind, so wie sie sind. Norweger arbeiten in Läden, im Krankenhaus, auf der Ölplattform. Norweger arbeiten dafür, dass wir sicher sind, arbeiten, damit das Land vom Müll befreit wird und suchen nach neuen Lösungen für eine grüne Zukunft. Norweger bebauen die Äcker und arbeiten als Fischer. Norweger forschen und unterrichten. Norweger sind engagierte Junge und lebenserfahrene Alte. Norweger sind Alleinstehende, Geschiedene, Familien und alte Ehepaare. Norweger sind Mädchen, die Mädchen lieben, Jungen, die Jungen lieben, Mädchen und Jungen, die einander lieben.

Norweger glauben an Gott, Allah, an Alles und Nichts.

Norweger mögen Grieg und Kygo [norw. DJ], Hellbillies [norw. Rockband] und Kari Bremnes [eine der populärsten Sängerinnen Norwegens].

Mit anderen Worten: Norwegen seid Ihr.

Norwegen sind wir.

Wenn wir singen «Ja wir lieben dieses Land» [norw. Nationalhymne], müssen wir uns daran erinnern, daß wir auch über uns singen. Denn, wir sind es, die das Land ausmachen. Deshalb ist unsere Hymne auch eine Liebeserklärung an das norwegische Volk.

Meine größte Hoffnung für Norwegen ist, daß wir es schaffen, auf uns acht zu geben.

Daß wir dieses Land weiter aufbauen – auf Vertrauen, Gemeinschaft und Großzügigkeit.

Daß wir erkennen – trotz all unserer Unterschiedlichkeit – daß wir ein Volk sind.

Daß Norwegen eins ist.

Nochmals – herzlich willkommen bei uns – ich hoffe, wir erleben eine schöne Zeit zusammen!

Kari Bremnes med band i Tollhaus, KA, 2016-11-19

Vi er i Tollhaus i Karlsruhe og det er kl. 20:00. Konserten av Kari Bremnes skal starte snart.

Vi allerede vet at det foregikk forandringer i bandet hennes. Bare Bengt Egil Hanssen og Sondre Meisfjord er til overs fra den besetningen med dem Reise ble opptatt i 2007. Atmosfæren av dette albumet satte sitt preg på alle senere opptredene i flere år (i hvertfall på de som jeg har sett i Tyskland).

Kari har aldri gitt noen informasjon om forandringer angående bandet hennes, så langt jeg vet det. Derfor kan jeg bare spekulere hvorfor først Helge Norbakken ble erstattet av Børre Flyen, og nå også Hallgrim Bratberg og Asle Karstadt ble skiftet ut. Til tross for at avgangen av Helge Norbakken var en dramatisk innskjæring, musikalsk sett, performance av bandet har ikke blitt såret avgjørende etter hans bortgang. Selv om jeg savnet Norbakkens atmosfæriske innlegg og fortsatt savner de, har Flyen gjort en god jobb. Uansett må jeg konstatere at en musiker som Norbakken ikke er til å erstatte. For det har han vært for godt, for individuell og kreativ. I dag tenker jeg at akkurat det som han innførte i bandets musikk, er dette hva de mangler i dag: Banebrytende arrangementer, dypt rumling, en perkussiv, atmosfærisk bakgrunn som de andre musikere kan sette deres glanslysene på.

Sondre Meisfjord kan kalles en motsetning av Norbakken: En helt solid musiker, som spiller et instrument som er sjelden i forgrunnen. Enkelte berømte bassister gir eksempler for det at man kan spille bass på en enestående måte, men Meisfjord spiller bare bra, uten individuelle kjennemerker. Så er han utskiftbar og som konsekvens spilte det ingen rolle at han var med som en av de to siste medlemmer fra Reise.

Men, den andre dårlige innskjæring for bandet er bortgangen av Hallgrim Bratberg, den gitarristen, som den gangen minnet på Jimi Hendrix med sin solo i Skrik. Jeg har vært begeistret av stilen Bratbergs, som viste helt klare jazzinflytelser, men likevel presenterte dynamiske spillekraft med elementer fra rockmusik, og han kunne skaffe en overbevisende enhet og musikalsk identitæt.

Børge Petersen-Øverleir har erstattet ham nå. I går kveld fikk han også loven til å spille en Skrik-solo nok for så å si å levere sitt visittkort. Og, selv om soloen ikke hadde vært dårlig, så overskuelig var det allikevel. Også han ser nå ut som en musiker som er ikke god for noen overraskelse.

Er det nå Hanssens skyld? Dominerer han hva som foregår i bandet? Over det kan jeg kun spekulere. Allerede på albumet Ly forstyrret meg den kjølige sound, for det meste fra hans synthesizeren, som står i skarp kontrast til den varme klangatmosfæren man hører på Reise. I Og så kommer resten av livet hørte man en gang til den gamle sound i E du nord, men denne æraen er vel forbi. Og det var også tydelig merkbar i konserten i går at også den gamle og fortreffelige lydingeniøren Asle Karstadt har ikke mer vært med, Geir Østensjø erstattet ham. Resultatet likte jeg ikke. Klangen har ikke vært homogen, sangen fullt av ubehagelige høyden. Også her var det en svikt av fylde og atmosfære.

Ly har vært det siste album med nye sanger, som møtte opp i 2009. Det er da nå syv lenge år tilbake. Tilbakevirkende sett har Kari Bremnes stadig utviklet seg videre fra hennes første platene de utmerket seg med usedvanlige arrangementer, høykreative musikalske utforminger og en klang, ikke kjent fra før, til et massedugelige men allikevel imponerende og atmosfærisk helhetskunstverk Reise. Etterpå begynte retretten med småe skritt. Når alt kommer til alt, fantes det noen stjerneskutt ennå på albumet Ly som f. eks. Mi egen skrift og Ingenting blir borte. Men, de uinspererte og mere kjedelige stykker dominerte. Jeg syntes denne platen den gang flott, men grunnen til det har vært også at jeg akkurat ville syntes den flott.

Det er helt klart at det er vanskelig å slutte seg til en så stortartet samling av songs, men når mest kreative folk går fra borde, blir det ikke enklere. Nå hadde jeg nesten glemt og nevne Karis rolle. Hennes tekstinnlegg mellom sangene er i hennes påtatt uhjelpelighet og en elendig Engelsk pinlig. Det har vært tidligere også annerledes. Men, hun er intelligent nok for å lære seg bedre de par stykker på Engelsk som hun trenger for å si det fornuftig hva som hun har lyst til å si. Men, det ser ut som om det er i mellomtiden har blitt bare et show, hun presenterer seg i en rolle som fungerer bra i Tyskland kanskje, men sikkert ikke i Norge. Og for oss, som var i Norge hvert år i mer enn de siste ti år, har sett alle konserter siden 2008 her i Tyskland, for oss fungerer dette showet ikke mer. Vitsen om Baby- eller Kinderdeutsch liker jeg heller ikke mer å høre. (En tysk venn skal ha sagt til Kari, at norsk er som en slags barnetysk eller babytysk.) Det er nesten noen smiskende i seg. Hennes sangen har vært kraftløs. Det manglet på esprit. Sangen rivet meg i hvertfall til ingen tidspunkt med.

Dermed en æra er kanskje forbi. Så trist som det er, men gåsehudfølelser fra den første scene i Tollhaus, denne gangen, begynnelsen 2008, er forsvunnet. Allikevel: Tusen takk Kari, for flotte timer og for fantastiske musikk! Jeg ønsker deg og alle dine støttespillere alt godt og håper for å kunne beundre deg en gang på nytt i en riktig bra konsert igjen!

Kari Bremnes mit Band im Tollhaus, 2016-11-19

2016, 19. November: Wir sind in Karlsruhe, im Tollhaus, es ist 2000 Uhr und das Konzert von Kari Bremnes wird gleich beginnen.
Wir wissen bereits, daß es erneut Änderungen in der Band gab. Von der Besetzung, mit der Kari Bremnes 2007 ihr spektakuläres Live-Album Reise aufnahm, und dessen Songs und Atmosphäre für Jahre ihre Auftritte (zumindest die, die ich in Deutschland gesehen habe) prägte, sind nur noch Bengt Egil Hanssen und Sondre Meisfjord übrig.
Kari Bremnes hat sich über Veränderungen in ihrer Band, soweit ich das weiß, nie geäußert. Daher kann man nur Mutmaßungen darüber anstellen, warum erst Helge Norbakken durch Børre Flyen ersetzt wurde, und zuguterletzt jetzt auch Hallgrim Bratberg und Asle Karstadt nicht mehr dabei sind. Der Abgang Helge Norbakkens war ein dramatischer Einschnitt, aus musikalischer Perspektive gesehen, doch die Performance der Band war nach seinem Weggang noch nicht essentiell angegriffen. Obwohl ich die dramatischen Soli und die atmosphärischen Beiträge Norbakkens vermißt habe und bis heute vermisse, hat Flyen doch einen guten Job gemacht. Dennoch bleibt festzuhalten, daß ein Musiker wie Norbakken einfach nicht zu ersetzen ist, dazu war er zu gut, zu individuell und kreativ. Heute denke ich, daß das, was er damals beitrug, das ist, was der Band heute fehlt: Neuartige Arrangements, tiefgründiges Grollen, ein perkussiver, Atmosphäre schaffender Hintergrund, vor dem die anderen Musiker ihre Glanzlichter setzen können.
Dieser Figur Norbakkens steht der Bassist Sondre Meisfjord gegenüber, ein grundsolider Bassist, von dem ich jedoch nie ein Solo gehört habe. Ich denke, er war schon immer, obwohl ein wirklich gutes Bandmitglied, dennoch austauschbar. Deswegen ist es nicht wichtig, daß ausgerechnet er gestern noch dabei war.
Der zweite schlimme Einschnitt für die Band ist aber der Weggang Hallgrim Bratbergs, des Gitarristen, der damals das mitreißende, an Jimi Hendrix erinnernde Solo in Skrik einführte. Ich war von dem Stil Bratbergs, der ganz klare Jazzeinflüsse zeigte, aber dennoch diese dynamischen, kraftvollen, aus der Rockmusik bekannten Elemente verwendete und daraus eine überzeugende Einheit und musikalische Identität schaffen konnte, begeistert.
Børge Petersen-Øverleir hat ihn jetzt ersetzt, und gestern abend durfte auch er ein Skrik-Solo abliefern, wohl um sozusagen seine Visitenkarte abzuliefern. Und obwohl das Solo gar nicht mal schlecht war, so absehbar war es doch. Auch er nun ein Musiker, der für keinerlei Überraschungen sorgt.
Ist es Hanssens Schuld? Dominiert er mit seinen Vorgaben das Geschehen in der Band? Darüber kann ich nur spekulieren. Schon auf dem Album Ly störte mich der kühle Sound, der in scharfem Kontrast zu der Klangatmosphäre von Reise stand. In Og så kom resten av livet klang noch einmal der alte Sound in E du nord durch, aber diese Ära war wohl vorbei. Und es war ebenso deutlich spürbar im gestrigen Konzert, daß auch der altgediente, hervorragende Sound-Ingenieur Asle Karstadt nicht mehr mit dabei war, auch er ersetzt, das Mischpult bediente Geir Østensjø. Das Ergebnis gefiel mir nicht. Der Klang war inhomogen, der Gesang voller unangenehmer Spitzen und mit zuviel Höhen. Auch hier war ein Verlust an Fülle und Atmosphäre zu verzeichnen.
Ly war das letzte Album mit neuen Songs, erschienen 2009. Das ist sieben lange Jahre her. Rückwirkend betrachtet hat Bremnes sich von ihren ersten Platten, die sich durch außergewöhnliche Arrangements, hochkreative musikalische Gestaltung und einen nie vorher gehörten Klang auszeichneten, immer weiter entwickelt bis zum massengeschmacktauglichen, aber eindrucksvollen und atmosphärisch dichten Gesamtkunstwerk Reise. Danach begann der Rückzug in kleinen Schritten. Immerhin gab es auf Ly noch Glanzlichter wie Mi egen skrift und Ingenting blir borte. Aber die uninspirierten, eher langweiligen Stücke dominierten. Ich fand sie damals toll, diese Platte, aber das lag auch daran, daß ich sie toll finden wollte. Klar, es ist schwer, an eine solch großartige Zusammenstellung von Songs anzuschließen, aber wenn dann die kreativsten Leute von Bord gehen, wird es nicht einfacher.
Jetzt hätte ich fast vergessen, Karis Part zu erwähnen. Ihre Texteinlagen zwischen den Songs sind in ihrer gewollten Unbeholfenheit und dem miserablen Englisch peinlich. Das war früher auch anders. Aber sie ist intelligent genug, um die paar Brocken Englisch zu lernen, die sie bräuchte, um das, was sie sagen will, vernünftig rüberzubringen. Aber es geht anscheinend ohnehin nur noch um eine Show, die sich leider jedoch überlebt hat. Den Gag mit dem Baby- oder Kinderdeutsch mag ich auch nicht mehr hören. Es hat schon fast etwas Anbiederndes. Und ihr Gesang war kraftlos, es fehlte an Esprit, dieser Gesang riß mich jedenfalls zu keinem Zeitpunkt mit. Bei diesen Sätzen will ich es belassen.
Somit ist wohl eine Ära beendet. So traurig es ist, aber das Gänsehautgefühl des ersten Auftritts im Tollhaus, damals, Anfang 2008, das ist verschwunden. Trotzdem: Danke, Kari, für tolle Stunden und für die phantastische Musik! Ich wünsche Dir und allen Deinen Mitstreitern alles Gute und hoffe, Dich einmal in einem guten Konzert erneut bewundern zu dürfen!

Oder ist das neue und

c’t 2016, Heft 23, S. 79: “Laut einem Blogbeitrag der IT-Sicherheitsfachleute von InfoArmor bekam Peace of Mind [ein krimineller Hacker] die Datenbank [mit Paßwörtern und Kontoinformationen] von einem russisch sprechenden Zeitgenossen namens Tessa88 zugespielt, der Daten von MySpace, VK.com, Dropbox oder der Datingplattform Badoo anbot.”

Warum oder? Er verkauft Daten von vier verschiedenen Unternehmen. Einzeln oder alle zusammen. Das einzig richtige Wörtchen zum Abrunden der Aufzählung heißt und.

Falsch auch die folgenden Sätze, die sich in den Weiten des Internets problemlos finden ließen:

Unsere Schule ist offen für alle Kinder, unabhängig ihrer sozialen, ethnischen oder religiösen Herkunft.

Zur Erstuntersuchung können auch Abhören, Abklopfen oder Blutuntersuchungen gehören.

Darüber hinaus zählen auch verwaltende und organisatorische Aufgaben zum Alltag des Heilpraktikers. Er erstellt Honorarrechnungen, dokumentiert Behandlungsabläufe oder erledigt die Buchhaltung.

Dazu zählen bestimmte Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Botulismus, Cholera, Diphtherie, Masern oder akute Virushepatitis, aber auch Geschlechtskrankheiten.

Es ist nervig, daß auch Radiomoderatoren Aufzählungen beinah regelhaft mit einem oder anstatt mit dem korrekten und abschließen. War das schon immer so?

Warum Talkshows für den Arsch sind

Gestern abend, am Sonntag, den 30. Oktober 2016, kam in der ARD die Talkshow von Anne Will. Gäste: Manfred Spitzer, Christian Lindner, Sascha Lobo, Leni Breymaier und Bernhard Rohleder.

Spitzer verkauft sich miserabel. Obwohl er wissenschaftliche Argumente für seine Thesen hat, denen die Gegenseite absolut nichts außer dummem, industriefreundlichen Geschwätz entgegenzusetzen hat, schafft er es sowohl in seinen Büchern als auch in seinen Auftritten vor Kameras nicht, Menschen für sich einzunehmen und zu überzeugen.

Aber selbst wenn er es täte, wäre er alleine wohl kaum in der Lage, unserer Gesellschaft mehr Wissen und Bewußtheit im Umgang mit den Phänomenen der modernen Welt einzutrichtern, als ihre individuellen Vertreter sich selber zu verschaffen bereit sind.

Damit meine ich jeden einzelnen von uns: Die Aufgabe lautet, hinter die Kulissen zu schauen. Sich Wissen anzueignen, anstatt sich nur einem Meinungsführer anzuschließen. Lobo ist ein begnadeter Selbstdarsteller und Selbstbeweihräucherer, der mit großer, befreierischer Geste daherkommt und Platitüden übers Leben absondert. Der typische Besserwisseridiot, dessen ganze Kompetenz in der Manieriertheit seines Auftretens liegt. Keine einzige abgeschlossene Ausbildung, gescheiterter Geschäftsmann, unfähig zu wissenschaftlichem Denken und zum Disput, aber bis zur Hutkrempe angefüllt mit Sendungsbewußtsein.

Lindner, willfähriger Politprofi ohne Bedarf an Wissenschaft und Erkenntnis, aber mit dem untrüglichen Instinkt des Politikers ausgestattet, der ihm sagt, welchen Standpunkt er zur Erreichung des Maximums an Wählerstimmen vertreten muß.

Rohleder??? Haha, Bitkom-Geschäftsführer, ist ja klar, was der reden muß.

Will? Die pseudointeressierte, pseudointellektuelle Moderatorenmimerin ohne Autorität in Sachen Anstand und Fachwissen, unfähig, die Zusammenkunft produktiv zu gestalten.

Breymaier, Gewerkschaftlerin und SPD-Politikerin, mit zurückhaltend vorsichtigen Ansichten, sie war am ehesten in der Lage, in so etwas wie eine konstruktive Debatte einzutreten. Aber für Debatten braucht man mehr als eine Person.

Zurück zu Spitzer: Er ist kein Angstmacher, wie Benedikt Fuest heute morgen, 2016-10-31, bei Welt/N24 schrieb (Artikel hier). Er hat mit Sicherheit, genauso wie der Dummschwätzer Lobo, Spitzers Bücher überhaupt nicht gelesen.

Das ist das Grauen unserer Zeit: Da treten Leute zu vorgeblichen Debatten an oder maßen sich an, Artikel zu schreiben, bringen aber dazu nichts mit außer ihren Meinungen, die durch nichts untermauert sind, was ernsthafter Betrachtung standhalten würde. Und wagen es, vom Œuvre des Kontrahenten zu fabulieren, das sie, man staune und schlage der Länge nach hin, aus den Kommentaren der Medien kennen.

Ich gehe das Wagnis ein, anderer Menschen Gedanken an mich heranzulassen und aufzuarbeiten, bevor ich mit der Konstruktion meiner Ansichten beginne. Und vor allem lasse ich mich von Spitzers ungeschicktem Auftreten nicht davon abhalten, seine Argumente nachzuvollziehen und die wissenschaftlichen Quellen zu recherchieren, aus denen er schöpft. Und er selber ist ja nebenbei bemerkt auch noch selber eine solche Quelle, denn im Gegensatz zu Typen wie Lobo und Rohleder forscht er selber und weiß, wie man wissenschaftlich arbeitet. Daß Lindner von so etwas keine Ahnung hat, ist klar, das würde auch niemand erwarten. Wozu Wissenschaft in der Politik dient, sieht man an Merkel und Guttenberg: zu nichts oder zu Betrug.